Zurück ins Jahr 1985...

Ausschnitt aus einem Zeitungsartikel zum geplanten Abriss der Scheune.
Im August 1985 radelte ich am späten Nachmittag mit dem Fahrrad durch die Springer Innenstadt. In der Heidstraße fiel mir ein alter Gärballon ins Auge, der vor einer alten Scheune stand. Aus dem Gebäude schallte Baulärm. Neugierig öffnete ich die Scheunentür und sah einen großen halbgefüllten Container und einen alten Apothekerschrank. Ich brauchte gar nicht erst zu fragen, die Antwort kam unmissverständlich: „Raus hier! Verschwinde!“.

Ein neuer Plan musste her! Ich kaufte einen Kasten Bier und fuhr erneut vor. Diesmal allerdings mit Auto und Anhänger meines damaligen Praktikumschefs.  Mit dem Kasten Bier in den Händen, gelang es mir dem Vorarbeiter eine Frage zu stellen, die er auch gleich beantwortete: „Nur 1 Stunde und auf eigene Gefahr!“. Diese Stunde wurde zum Wettlauf gegen die Zeit. Die Bauarbeiter füllten den Container immer weiter. Im Akkord sammelte ich durchnässte Werbetafeln, Musterverpackungen, Aktenordner und einige Zeitungen auf und verstaute sie auf dem Anhänger. Nach einer Stunde war „Feierabend“.

Die Frage, ob ich den alten Apothekerschrank noch schnell aus der Scheune holen darf, wurde mir mit „Morgen!“ beantwortet.

Zur „Freude“ meiner Eltern trug ich die teilweise tropfenden Schätze durch alle Etagen unseres Reihenhauses auf den gut durchlüfteten Dachboden, auf dem das Sammelsurium einige Jahre lagern konnte.

Ach ja, am nächsten Morgen durfte ich ja noch den wunderschönen alten Schrank holen. Daraus wurde leider nichts mehr, denn da wo die Scheune mal stand, war ein riesiger Abbruchbagger in voller Aktion...

Vertreter der Stadt und des heimischen Museums waren einige Tage vor mir in der Scheune und hatten, bis auf einige wenige Fundstücke, kein Interesse an den Hinterlassenschaften des Voreigentümers.  

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